Ehrenmitgliedschaft für emer. Univ.-Prof. Dr. Hans H. Grunicke

Im Rahmen der 5. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT), zusammen mit dem 5. Life Science Meeting of the Innsbruck Universities, vom 25.-27. September 2013 am und im CCB wurde emer. Univ. Prof. Dr. Hans H. Grunicke (HHG) die Ehrenmitgliedschaft der ÖGMBT verliehen.

Im Folgenden noch ein kurzer Lebenslauf von Prof. Grunicke:
HHG wurde 1935 in Meinerzhagen, Deutschland geboren, studierte an der Universität Freiburg im Breisgau Medizin, promovierte 1962 „summa cum laude“ zum Dr. med. 1962, und habilitierte sich dort 1971 bei Prof. H. Holzer zum Privatdozent in Biochemie. Sein wissenschaftliches Interesse galt immer den Fragen

  • „Mitogenic signal transduction“
  • „Biochemical mechanism of action of antitumor agents“

Diese Fragen konnte HHG auch u.a. 2 Jahre lang als NIH-Fellow im McArdle Laboratory for Cancer Research, University of Wisconsin, Madison, Wisconsin, bei Van R.Potter vertiefen (1966-68), sowie 1986 als EMBO-Fellow am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel sowie als Visiting Professor und Fullbright Scholar an der Indiana University Medical School in Indianapolis, Indiana, USA

1973 wurde er apl.Professor am Department für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg. Und 1974 schon wurde er als Professor für Medizinische Chemie an die Medizinische Fakultät der Universität Innsbruck „weg“berufen.

1981-1983war er gewählter Dekan der Medizinischen Fakultät
2003-2005Gründungsrektor der Medizinischen Universität Innsbruck
2004emeritiert

Im Web of Science findet man zwischen 1969 und 2009 unter seinem Namen 194 Publikationen mit 3332 Zitierungen. Besonders erwähnenstwert ist, daß HHG es war, der bereits 1992 eine breit aufgestellte Gruppe von Forschern an der MUI zusammenbrachte und mit diesen den österreichweit zweiten und für Innsbruck den ersten SFB (Sonderforschungsbereich) an die MUI holte: Biologische Kommunikationssysteme, welcher als SFB021 Cell Proliferation And Cell Death in Tumors bis auf den heutigen Tag weiterbesteht und weiterlebt.

Darüberhinaus bekleidete HHG zahlreiche zusätzliche Funktionen und Aufgaben:
1986Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Klinische Chemie
1987-1989Präsident der Österreichischen Biochemischen Gesellschaft
1999-2001President elect der Österreichischen Biochemischen Gesellschaft
2006-2008President elect der Österreichischen Biochemischen Gesellschaft
Präsident der Abteilung f. Exp.Krebsforschung d. Deutschen Krebsges.
Vizepräsident der Deutschen Krebsgesellschaft
2008-2010Gründungspräsident der ÖGMBT

HHG war Coeditor und im Editorial Board einer Reihe von wissenschaftlichen Zeitschriften wie Journal of Cancer Research and Clinical Oncology, Cancer Biochemistry and Biophysics, Reviews in Physiology, Biochemistry and Pharmacology, Cellular Physiology and Biochemistry

2005Gründungspräsident von ALUMNI i-med, 2007 – 2009 Präsident, ab 2011 Vizepräsident

Aus den zahlreichen Ehrungen sollen hier nur einige erwähnt werden:
1971Gerhard-Domagk-Preis für Krebsforschung
1975Wilhelm-Warner-Preis für Krebsforschung
1990Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
1996Österreichisches Ehrenkreuz 1. Klasse für Wissenschaft und Kunst
Ehrenzeichen des Landes Tirol

zusammengestellt von Siegfried Schwarz




Laudatio von O. Univ.-Prof. Dr. Josef Glößl am 25.09.2013

Der Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) hat in seiner heutigen Sitzung auf Antrag des Präsidiums einstimmig beschlossen, Herrn Prof. Dr. Hans Grunicke die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen.
Prof. Dr. Hans Grunicke wurde am 7. Oktober 1935 in Meinerzhagen/Deutschland geboren. Er schloss 1962 sein Medizinstudium an der Universität Freiburg „summa cum laude“ mit dem Dr.med. ab. Er begann er seine Forscherkarriere - entsprechend seinem Berufsziel Biochemiker zu werden - am Biochemischen Institut der Universität Freiburg i. Breisgau bei Prof. Holzer.br> In den folgenden Jahren arbeitete er in verschiedenen biochemischen Forschungsgruppen, unter anderem auch in den USA als NIH Fellow an der University of Wisconsin, Madison, wobei sich sein Forschungsschwerpunkt zunehmend zur Molekularen Onkologie hin entwickelte.
1971 habilitierte sich Grunicke in Freiburg im Bereich Medizinische Biochemie und forschte dort bis zu seiner Berufung nach Innsbruck im Jahre 1974, wo er lange Jahre das frühere Institut für Medizinische Chemie und Biochemie leitete. Als Biochemiker beschäftigte er sich vor allem mit der molekularen Regulation des normalen und malignen Zellwachstums.
Prof. Grunicke war zweimal Dekan der ehemaligen Medizinischen Fakultät, dazwischen war er auch EMBO-Fellow am Weizmann Institute in Rehovot in Israel sowie Visiting Professor an der Indiana Medical School in Indianapolis, USA.
Als Wissenschaftler erwarb sich Prof. Grunicke hohe internationale Reputation und konnte 1992 den zweiten österreichischen FWF-geförderten Spezialforschungsbereich, „Biologische Kommunikations­systeme“ nach Innsbruck holen und so maßgeblich dazu beitragen, den Bereich „Oncoscience“ zu einem der Forschungsschwerpunkte zunächst der Universität und später der Medizinischen Universität Innsbruck zu machen. Daneben hat Prof. Grunicke auch eine Reihe wichtiger und ehrenvoller Funktionen in der internationalen Scientific Community ausgeübt, auf die ich hier aus Zeitgründen nicht näher eingehen kann.
Von 2003 bis 2005 war Grunicke Gründungsrektor der Medizinischen Universität Innsbruck, wo er im Jahre 2004 emeritierte.
Grunicke hat sich sehr wesentliche Verdienste um die Entwicklung der Biochemie und insgesamt der Molekularen Biowissenschaften in Österreich erworben. So war er 3 Mal Präsident der Österreichischen Biochemischen Gesellschaft (1987-1989, 1999-2001 und 2006 – 2008) und auch Gründungspräsident der ÖGMBT von 2008-2010.
Die letztgenannten Funktionen sind naheliegender Weise der unmittelbare Anlass für die heutige Ehrung, für die Ernennung zum Ehrenmitglied.
Lieber Hans, Du hast mit Deinem hohen Engagement, mit Deiner reichhaltigen Erfahrung und Professionalität als Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager, mit Deiner wissenschaftlichen Souveränität sowie mit Deinem ausgeprägten Bewusstsein für wissenschaftliche Qualität und Integrität sehr wesentlich zur Entwicklung und Förderung der Molekularen Biowissenschaften in Österreich beigetragen.
Durch Deine mehrfachen Funktionsperioden als Präsident der ÖBG und der ÖGMBT hast Du auch sichtbar zur Förderung und Vernetzung der österreichischen Life Sciences Szene beigetragen. Zu Deinen wichtigsten Anliegen zählte und zählt immer auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, was ja zu den zentralen Aufgabenstellungen der ÖGMBT gehört.
Gerade in der Anfangsphase der ÖGMBT waren Deine Beiträge für die Entwicklung der ÖGMBT sehr wesentlich, dies kann ich aus erster Hand bezeugen und dafür danke ich Dir persönlich und im Namen der ÖGMBT sehr herzlich.
Lieber Herr Prof. Grunicke, lieber Hans,
Ich freue mich, dass Du diese Ehrung annimmst und ich hoffe für die ÖGMBT, dass Du uns mit Deiner wertvollen Erfahrung noch für viele Jahre bei guter Gesundheit erhalten bleibst.
Ad multos annos!
Josef Glössl, 2013

(mit Erlaubnis von Josef Glössl hier wiedergegeben).
http://oegmbt.at/component/k2/item/966-Neues%20Ehrenmitglied%20der%20%C3%96GMBT


Ehrenmitgliedschaft für emer. Univ.-Prof. Dr. Hans H. Grunicke Ehrenmitgliedschaft für emer. Univ.-Prof. Dr. Hans H. Grunicke
Foto von Siegfried Schwarz


Laudatio zum 75. Geburtstag von Prof. Grunicke:
https://www.i-med.ac.at/mypoint/archiv/2010100701.xml